1668 Kairo Deutsche Kirche
Haengebaelgchen
Wenn die Muezzins der 4000 Moscheen in Kairo zum Gebetsruf ansetzen, bleibt ein kleines hässliches Entlein traurig und stumm: die Taschenladen-Orgel aus der Werkstatt Walcker aus dem Jahre 1912 in der Deutschen Gemeinde, die vor sieben Jahren von dem Betreiber einer Bastlerecke in Mannheim zu Tode gequält wurde. Missbrauch mechanischer Musikinstrumente steht in Europa noch nicht auf dem Index.
Vorgeschichte. Im Jahre 2002 und 2003 wurde ich von dem dortigen Pfarrer kontaktiert und gebeten den Vorschlag zu unterstützen, dass man diese Orgel elektrifiziert. Daraufhin habe ich geantwortet, dass es besser ist, wenn er die Orgel ein paar Jahre unspielbar hält, bis man die entsprechenden Mittel zusammen hat, bevor man loslegt und Dornröschen ein aufgemotztes Technostyling verpasst Leider ungehört geblieben. Dafür hat mich nun die Kirchengemeinde erneut kontaktiert, hoffend, das man mit tragbaren Mitteln eine Rückführung auf das ursprüngliche Format der Orgel wieder hinbekommt. Reiseplanung. Aber einen Schritt vor mir war ein Professor des Auswärtigen Amtes in Kairo, scheinbar eine Furtwängler zu diagnostizieren. Er wurde gebeten, auch der Walcker einen Schein auszustellen. "Die historische Substanz des Instruments wurde völlig vernichtet..." war aber sein abschliessender Befund. Was war geschehen? Die Bastelarbeiten, so meine Auffassung, die ich dem Professor am Telefon weitergab, können nicht die Substanz, das heißt Windladen und Pfeifen, zerstört haben. Nun aber, nach dem Dillettanten ein Weiteres draufzusetzen und die Endlösung zu propagieren, das scheint uns doch schon wieder ganz 'total' zu sein. Heute in Zeiten der Postmoderne propagieren wir lieber sehr dynamische Methoden und nicht den Hammerschlag: Kaufen Sie keine neue Orgel, die man hinter die Fassade stellt mit ein, zwei alten Walcker-Register, und der hier in Deutschland üblichen Vermarktung: "Walcker-Orgel aus 1912 wieder spielbar!" Sondern gehen Sie das Risiko der Rückführung auf die ursprüngliche Form ein und gewinnen Sie so den wunderbaren Walcker-Klang aus 1912 .. egal, was Professoren aus Deutschland dazu sagen. das war mein Vorschlag an die Gemeinde. (gwm)
Opus1668, Bj 1912, Cairo-Evang. Kirche
| I.Manual C-a3 = 58 Töne ausgebaut bis a4=70 Töne | II.Manual Schwellwerk= 70 Töne | Pedal C-f' |
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1. Bourdon 16' 2. Prinzipal 8' 3. Konzertflöte 8' 4. Dolce 8' 5. Oktave 4' |
6. Viola di Gamba 8' 7. Lieblich Gedackt 8' 8. Vox coelestis 8' 9. Traversflöte 8' 10. Flautino 2' 11. Mixtur 2 2/3' 3-4fach 12. Oboe 8' |
13. Subbaß 16' 14. Gedacktbass 8' 15. Violon 8' |
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Fernwerk spielbar im I.Manual 16. Bourdon doux 8' 17. Gemnshorn 4' 18. Vox humana 8' |

















