Rom Santa Cecilia - Grande Walcker-Tamburini Orgel

Grande Walcker-Tamburini in Santa Cäcilia


Disposition

I.Manual, Positivo, Aperto
C-c'''' = 61 Tasten
II.Manual, Grand'Organo
1 40 Quintadena 8 15 21 Principale dolce 16
2 41 Corno di Notte 8 16 22 Principale  8
3 42 Principale 4 17 23 Flauto Traverso 8
4 43 Flauta a camino 4 18 24 Corno di Camoscio 8
5 44 Nazardo 2 2/3 19 25 Ottava 4
6 45 Principale 2 20 26 Flauto in VIII 4
7 46 Flauta a becco 2 21 27 XII 2 2/3
8 47 Terza 1 3/5 22 28 XV 2
9 48 Flauto in XIX 1 1/3 23 29 XVII 1 3/5
10 49 Piccolo 1 24 30 XIX 1 1/3
11 50 Acuta 3 file 2 25 31 XXII 1
12 51 Cimbalo 3 file 1 26 32 Fiffaro 8'
13 52 Musetta 16 27 33 Ripieno Grave 5 file 2
14 53 Cromorne 8 28 34 Ripieno Acuto 4 file 1 1/3
54 Tremolo 29 35 Sesquialtera 2 file 2 2/3
36 Cornetto Combinatto
30 37 Tromba 8
31 38 Chiarina 4
32 39 Tromba Orizzontale 8
III.Manual, Rec. (Espr.) IV.Manual - Eco (Espr.)
33 1 Bordone 16 52 92 Principale Forte 8
34 2 Principalino 8 53 93 Flauto Mirabilis 8
35 3 Bordone 8 54 94 Principale  4
36 4 Salicionale 8 55 95 Flauto da Concerto 4
37 5 Viola Gamba 8 56 96 Ottavina 2
38 6 Prestante 4 57 97 Ripieno 4 file 1 1/3'
39 7 Flauto Aperto 4 58 98 Tromba a squillo 8
40 8 Flauto in XII 2 2/3 59 99 Corno di Bassetto 8
41 9 Ottavino 2   Tremolo
42 10 Decimino 1 3/5 Normalkoppeln
43 11 Ripieno 5file 2 55 Unione I-Ped
44 12 Cimbalo 2 file 2 56 Unione II-Ped
45 13 Fagotto 16 57 Unione III-Ped
46 14 Tromba Dolce 8 58 Unione IV-Ped
47 15 Oboe 8 59 Sopra I-Ped
48 16 Musetta 8 60 Sopra II-Ped
49 17 Rankett 8 61 Sopra III-Ped
50 18 Chiarina 4 62 Sopra IV-Ped
51 19 Voce Celeste 8 erweiterte Koppeln
20 Tremolo 63 Unione III-I
64 Unione IV-I
65 Grave III-I
Pedale C-g' = 32 Tasten 66 Grave I 
102 Acustico 32 67 Annulat I
60 103 Contrabasso 16 68 Sopra I
61 104 Principale 16 69 Sopra III-I
62 105 Subbasso 16 70 Sopra IV-I
63 106 Bordone d´eco 16 71 Unione I-II
64 107 Eolina 16 72 Unione III-II
108 Basso 8 73 Unione IV-II
109 Ottava 8 74 Grave I-II
110 Bordone   8 75 Grave III-II
111 Bordone d´eco 8 76 Grave IV-II
65 112 Dolce 8 77 Grave II
66 113 Quinta decima 4 78 Ann Unissono II
114 Corno 4 79 Sopra II 
67 115 Ripieno 4f 2 2/3 80 Sopra I-II
68 116 Bombarde 16 81 Sopra III-II
117 Fagotto 16 82 Sopra IV-II
118 Musetta 16 83 Unione IV-III
69 119 Trombone 8 84 Grave III
120 Fagotto 8 85 Annul. Unissono III
121 Chiarina 4 86 Sopra III
122 Fagotto 4 87 Sopra IV-III
70 123 Claronsino 2 88 Unione II-IV
89 Grave IV
90 Annul. Unissono IV
91 Sopra IV 

Einweihung der Walcker-Tamburini in Rom

Einweihungsschrift der Walcker-Tamburini-Orgel vom 22.11.2011

Soeben aus dem Flieger Rom ins heimische Bliesransbach zurück gekehrt, wo bereits die Koffer fürs revolutionäre Kairo gepackt werden.
Nach einem fantastischen Konzert von Maestro Alessandro Licata, der nach seiner grandiosen Passacaglia BWV 582 vor vollem Hause am späten Abend gegen 23 Uhr den Orgelbauer Gerhard Walcker-Mayer auf die Bühne rief und dort freudig umarmte: "Diese Orgel ist eine Bombe!". Das Publikum schien diese Meinung zu teilen mit anhaltendem Applaus. Und ab jetzt ist Walcker wieder ein Teil Roms, ein nicht unbedeutender Kulturbeitrag.
Wir werden dieses Konzert, das Licata von Beginn bis zum Ende durchgespielt hat, ohne ein einziges Notenblatt aufzuschlagen, in eine CD packen und mit der Einweihungsschrift hier zeitweise anbieten. Die Auflage wird allerdings nicht sehr hoch sein, da wir vorhaben, daraus eine Werbekampagne in Südamerika zu starten.
Heute (23.11.) wird bereits das nächste Konzert von Studenten bestritten (Filippo Mariottini spielt Liszt) und im Dezember werden die Professoren Giorgio Carnini und Jiri Lecian weitere Konzerte auf der Orgel geben.
Damit ist unser sehnlichster Wunsch erfüllt, nämlich dass diese Orgel mit ihrer typischen neobarocken Klangstruktur Frederico Germanis unter Berücksichtigung ihrer italienischer Eigentümlichkeiten ins Konzertleben der Stadt wieder Eingang findet. Allein das hat die unzähligen Opfer, denen wir ausgeliefert waren, gerechtfertigt. (gwm 23.11.11)
Links: Internetseite vom Conservatorio Santa Cecilia
und hier der TV-Beitrag in TV Nationale

Mixturenklänge Santa Cecilia

frisch aus Rom, Santa Cecilia - Mixturklänge-

Während der Intonation werden wir vereinzelte Videos mit Klangeindrücken aus der Tamburini-Orgel in Santa Cecilia zeigen. Erwarten Sie weder prämierte Filmqualitäten noch virtuoses Orgelspiel, es geht lediglich darum, etwas Klang und Pfeifeneindruck rüber zu bringen.
Hier also neue Klänge in alter Haut:

from Rome to Scotland !!

Bernhard Leonardy in Rom

Nicht schlecht gestaunt haben wir heute morgen (25.01.), einen Handycall von Bernhard Leonardy zu erhalten, dass er sich in Rom aufhalte und uns einen Besuch abzustatten wünsche. Wir waren natürlich ganz begeistert und haben den Organisten aus Saarbrücken zum Mittagessen und anschliessender Probe am Spieltisch der Orgel im Conservatorio Santa Cecilia geladen. Das war schon ganz schöne dramatische Musik, die der Mann an den Tasten erklingen liess. "Ein sehr schönes Instrument..." konstatierte Bernhard Leonardy und zeigte sich begeistert vom Klang der Achtfüsser und den Zungen. "Ich beglückwünsche Sie zu diesem Instrument" , sagte er zu Prof. Licata bei der Verabschiedung. Auch uns hat sein Vortrag bestens gefallen.

Ronald Ebrecht spielt an der Walcker-Tamburini

Ronald, der uns mit Berhard Leonardy in Rom 2011 während den Intonationsarbeiten besuchte, macht uns heute darauf aufmerksam, dass er im Mai an unserer Orgel in der Via de Greci spielen wird. Auf dieser Fotomontage ist er allerdings mit der Aristide-Cavaille-Coll Orgel in Rom-Petersdom abgebildet. Na, große Unterschiede wirds da doch nicht geben?

dieser Spieltisch wird erheblich umgebaut....


wie man hier sieht


in der Orgel




der neu gestaltete Spieltisch in Santa Cecilia


mit rund 27.000 Generalkombinationen, 120 Registereinstellmagnete im Spieltisch, 75 selbständige Register auf 8 Schleifladen und rund 30 Einzeltonladen, sorry - die Pfeifen haben wir noch nicht gezählt, rund 1500 Magnete in der Orgel

letzte Berichte aus Città Eterna

Orgelprobe am Freitag 21.Jan.2011 - Professor Alessandro Licata: "Herr Walcker, ich danke Ihnen, diese Orgel ist wunderbar!" Wir haben die Orgelprobe teilweise aufgezeichnet. Thema Crescendo-Decrescendo auf Neobarock-Orgeln. Aber auch zwei Beispielen mit Cromorne und Cimbel, was wahrlich nicht meine Geschmacksrichtung ist, die aber seltsame Klangblütenpracht entfalten.

In Rom geht es langsam dem Ende zu und somit steigen einige Gedanken auf, wie alles begann, wo man sich an Hindernissen abgearbeitet hat und wo man schöne Stunden erlebt hat. Ja Erhabenes gesehen hat in der Stadt, aus ihrer Geschichte, aus dem Welterbe der Menschheit. Auch kleine Dinge fallen einem mehr und mehr angenehm auf.
Dennoch war unser zentraler Mittelpunkt natürlich die Orgel mit der Walckerschen Fassade und dem Innenleben der italienischen Firma Tamburini, die uns bis zuletzt in Atem gehalten hat, mit ihrer wahrlich grauenhaften technischen Planung. Denn wenn man atemberaubende Verrenkungen machen muss, nur um an verstimmte Mixturpfeifen zu kommen, die so schlecht platziert sind, dass das halbe Pfeifenwerk der Lade ausgeräumt werden muss, dann vergeht einem in Zeitnot jedes Verständnis.
Daher also das Bildnis der Hl. Cecilia mit Lockenwickler, eine technische Tamburini-Variante, die in mir das Bild beschwört, dass wir es bei dieser Firma mit einem geistigen Konstruktionsfehler zu tun haben, der meint, man hätte sich an irgendwelche historischen Vorlagen halten müssen. Das betrifft die Zusammensetzungen der Mixturen und ihre Stellung auf der Windlade.
Aber, auch das geben wir mit aller Inbrunst zu, wir sind am Ende der Arbeit mit der Orgel zufrieden. Einesteils, weil die Professoren mit dieser Orgel wieder ihre grundsolide Ausbildung durchführen können und anderenteils, weil wir aus dieser Orgel sehr viel lernen konnten. Darunter vor allem die Aufbereitung dieser synthetischen Teiltöne in der Registrierung und die Idee die hinter den italienischen Ripieni steckt.
Was wir in der heutigen Zeit auch im Orgelbau lernen können ist, dass die Vergangenheit nicht in allen Punkten recht gehabt hat, aber sie hat die größere Verdichtung gehabt vor den Weltkriegen. Die Zeit nach den Kriegen ist noch lange nicht aufgearbeitet.
Meiner Meinung nach kann der gesamte Orgelbau nach dem II.WK, vielleicht mit Ausnahme weniger Orgeln der 1950er Jahre, nur aus pragmatischen Gründen bejaht und künstlerisch akzeptiert werden, was besagt, dass auch der Erhalt und die Restaurierung solcher Orgel nur in diesem Kontext gesehen werden kann. Der Nutzen also wird hierbei hinterfragt und methodisch in vorgegebene Bahnen gelenkt. Nichts anderes , so meine ich, kann das Ziel einer solchen Generalüberholung sein.
So wenig, wie die Gebäude der "Bauhaus-Architekten" irgend einen Menschen, der nicht unbedingt Kenner der Materie ist, aus dem Schlaf reißen werden, so wenig werden diese Orgeln (der 60er Jahre) jemals Kulturgeschichte schreiben.
Aber gerade aus ihrer "Kunstisolation" heraus, sind manche dieser Orgeln Felder, auf die gebaut werden kann.
gwm

letzte römische Geschichte um...

... am Ende des Labyrinths anzukommen.
Man kann die römische Bürokratie als den Drachen sehen, den der Held, sei es Siegfried oder Erzengel Michael, mit dem Speer erschlägt , und die damit die symbolische Parallelität zur ungezügelten Sexualität andeutet, die zur dauerhaften Gefahr und zur Ausrede wird, hinter der sich ein ganzes Volk zu verstecken versteht.
Wir Deutschen kennen das aus eigener Geschichte. Griechen, Italiener, Portugiesen und andere haben es sich bequem gemacht hinter diesem Schild, der immer noch das Schreckenshaupt der schlangenbewehrten Medusa zeigt.
Der Druck, die große und schwere Hypothek der Antike wird so aufgelöst in Verantwortungslosigkeit, die man ausdrücklich begrüßt, weil man dem Wort der Philosophen und dem Bild der Künstler nichts anderes mehr als eben jene Bürokratie entgegen setzen kann. Schulterzückend, sich hilflos ergebend.
Der Künstler wird durch den Bürokraten ersetzt. Die Troglodyten mit der größten Fresse haben das Sagen. Mythe wird zum Geschwätz, das ein paar Touristendollars springen lassen soll, mehr darf der Antike nicht mehr zugemutet werden.
Das Labyrinth des Alltags wird mit ausdrücklicher Unwissenheit um den Faden der Ariadne, mit konstruierter Hilflosigkeit umsponnen. Das Problem des einsamen Helden, der Fafner erledigen soll, bleibt jenseits aller Medien, im Verborgenen, und damit erst wird es zur Heldentat. Denn die Stille ist das einzig Heilige, das aus der Antike übrig geblieben ist. Sie kann nicht mehr geoffenbart werden. Sie hängt ebenso am Glauben wie alle Religion. Nur hier, in diesem Raume haben wir noch eine Chance.
Soweit könnte man die Erlebnisse in Rom abhaken und sich eine Geschichte jenseits der Mythen ausdenken, bliebe da nicht ein kleiner, heißer Wermutstropfen, der die Liebe zu einem Stück Orgelmetall beschreibt.
Wer glaubt, alle Realität sei im Hirn konstruierte Tatsachenwelt, der hat das deutsche Wort "Wirklichkeit" das oft als Übersetzung für das angelsächsische "real" herhalten muss, womöglich nicht verstanden. Denn das besagt, dass nur wirklich ist, was wirkt. Und damit kann vom Traum bis zur strahlenden Vision alles der Wirklichkeit zugerechnet werden, auch ein Stück Orgelmetall, das eine Beziehung zu einer Orgel hergestellt hat. Und das nur lebt, weil es im Feuer einer Leidenschaft glüht.
Wir haben am gestrigen Samstag zum ersten Mal unsere Orgel im Conservatorio Santa Cecilia richtig gehört, als Ludwig Audersch aus Solingen die tamburinische Pralinenschachtel des Frederico Germani, vorsichtig und fein dosiert ausprobiert hat. Dabei wurde mir klar, welche Feinheiten in dem Instrument stecken und welche Möglichkeiten auch im heutigen Dröhnen der Flutes und Trompettes in solchen Farben wie Salicional mit Cimbel zweifach oder nur in einem Gemshorn mit kleiner Terz stecken. Kein einziges Mal war es bei diesem Tasten an der Orgel notwendig geworden das Grauen des Tutti oder das geschwätzige Geschnatter zu eng mensurierter Trombas durchzuhören.
Das ganze bombastisch verstrahlte Lametta, das man über die Ohren von hundert Chinesen oder Japanern ausschüttet, um Wirkung zu erzielen, das "Wachet auf Ihr armen Tröpfe..", das heutigen Organisten so unheimlich schnell von den Fingern fliesst, all das können eingeweihte Seher von morgen nicht mehr hören.
Rom jedenfalls war für Odysseus, der nun weiter seine Runden dreht im Mittelmeer nach Ägypten, nach Schottland, nach Romania, überall dort eben wo die Einäugigkeit eines Zyklopen* verhindert, dass man dreidimensionales Sehen und Hören in die Wirklichkeit entlässt, ja dieses Rom war eine Erfahrung, die wieder bestätigt hat, dass ein mit Historie übersättigter Boden, Leben abziehen kann, statt es zu bereichern.
Das Irren im Labyrinth, das solcherlei Erkenntnis erst ermöglicht, hingegen, lässt die Sonne aufscheinen. Aber wie gesagt, sie scheint, und der Schein ist etwas für den Künstler....the reality überlassen wir den Engländern und die Wirklichkeit den Deutschen. (gwm)

*Zyklop: ach was für ein herrliches Symbol ist den Griechen mit diesem Gesellen vor dreitausend Jahren geglückt. Wer hier nicht den Monitor von TV und Computer erblicken kann, den unser armer Held Odysseus zu erschlagen hat, aus dessen Anblick er sich zu befreien hat, und das sein elementarstes Erlebnis sein muss, der hat wahrlich keinen Zugang zum Mythos. Gerade an dieser Symbolik erkennt man rasch, dass zwar dem Mythos der Logos gefolgt ist, vielleicht eine Verschränkung statt gefunden hat, aber ein Ende des Mythos nicht in Sicht ist.