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Klänge und Spieltisch in Rom
Neues aus Rom
Morgen sind wir auf Deutschlandtournee für genau 7 Tage. Dann wieder in Rom. Gerne nehme ich wichtige Mitteilungen für diese Zeit auf Handy entgegen.
Wir haben hier auf unseren Aeolineblogs bereits drei weitere Einträge in Sachen "Pfeifen des III.Manuals der Tamburini-Orgel" eingefügt.
Endlich wird einmal gründlich beleuchtet, woher "Der Name der Zunge" stammt. Unbedingt empfehlenswert die Oboe 8' im III.Manual in der interessante Details gezeigt werden. Tribut an eine ständig wachsende Zahl der Besucher unseres AeolineBlogs, welche diese Woche auf rund 3500 Zugriffe angestiegen ist.
An dem neu gestalteten Spieltisch kann man erkennen, dass wesentlich weniger Bedienelemente vorhanden sind, aber nun mit rund 30.000 Setzerkombinationen. Neben den Schlüsselschaltern kann man bis zu 99 Ober-Gruppen über die Tasten "hoch" und "runter" steuern. Die Sequenzertaster fahren diese Speicherebenen automatisch an. All das kann gut und gerne noch am heimischen Computer verfeinert werden - oder, neueste Möglichkeit, über einen Touchscreen editiert werden, der feinsinnig im Spieltisch versteckt wurde.
Es scheint mir ziemlich sicher zu sein, dass es im Bereich der elektrischen Relais keine historisch begründete Notwendigkeit geben wird, jemals auf originale Bauteile der Erbauungszeit zurückzugreifen. Außer, dass man eine technische Entwicklung demonstrieren will. Aber jeder Erhalt von technischen Teilen in der Orgel, der nicht klanglichen Funktionen unterworfen ist, ist unbegründet. Bei der pneumatischen Orgel ist die klangliche Funktion durch die verzörgerte Ansprache gegeben. Der Organist hat ähnlich der Mechanik über die Taste direkt mit dem Ventil Kontakt. Zwar etwas unmittelbarer über den Winddruck, den er im Finger spürt, als bei der mittelbaren Mechanik, aber eben ganz anders als bei der Elektrik, wo nur ein Kontakt da ist der unverhältnismäßige Kräfte freisetzen kann. Da hilft auch alle Synchronisation nicht drüber hinweg. Diese bleibt immer, wie alle elektronische Klanggestaltung, in einem separiertem technisch-sterilem Raum, der mit direkt erfahrbarer "Natürlichkeit" nichts zu tun hat. Daher kann sich hier die Digitaltechnik austoben, ohne jemals befürchten zu müssen, Altes entsorgt zu haben, das später wieder hinterfragt wird.
Ich denke wir müssen uns im Orgelbau dessen bewußt werden, dass wir einerseits in einer Zeit von Wissenschaft und Technik leben, andererseits einem Ideal huldigen, das streng genommen, gerade die Entwicklung zu diesem Zeitalter bekämpft hat, wie es die Romantik tat.
Wenn wir erst einmal damit beginnen, den Alltag unserer Orgelgelehrten- und Forscher in uns hereinzulassen, nämlich die Orgel als technischen Selbstzweck erfahren zu wollen, dann haben wir uns aus dem vitalen Bereich der Orgel- und ihrer Musikdarbietungen jämmerlich hinaus katapultiert ins Totenreich der mechanischen Erklärungen, jenseits der Styx, dort wo nur noch Details bürokratisch aufgebügelt werden, als müsse man ein riesiges Wiki-Organopedia erschaffen, indem all dieser Müll leicht abzufragend kompostiert ist. Das ist die Routine in die man wie in eine Falle tritt, wenn man nicht ständig sich selbst und das was man mit der Orgel erlebt, in Frage stellt.
(gwm)
Neues aus aller Welt
Wenn die Muezzins der 4000 Moscheen in Kairo zum Gebetsruf ansetzen, bleibt ein kleines hässliches Entlein traurig und stumm: die Taschenladen-Orgel aus der Werkstatt Walcker aus dem Jahre 1912 in der Deutschen Gemeinde, die vor sieben Jahren von dem Betreiber einer Bastlerecke in Mannheim zu Tode gequält wurde. Missbrauch mechanischer Musikinstrumente steht in Europa noch nicht auf dem Index.
Vorgeschichte. Im Jahre 2002 und 2003 wurde ich von dem dortigen Pfarrer kontaktiert und gebeten den Vorschlag zu unterstützen, dass man diese Orgel elektrifiziert. Daraufhin habe ich geantwortet, dass es besser ist, wenn er die Orgel ein paar Jahre unspielbar hält, bis man die entsprechenden Mittel zusammen hat, bevor man loslegt und Dornröschen ein aufgemotztes Technostyling verpasst Leider ungehört geblieben. Dafür hat mich nun die Kirchengemeinde erneut kontaktiert, hoffend, das man mit tragbaren Mitteln eine Rückführung auf das ursprüngliche Format der Orgel wieder hinbekommt. Reiseplanung. Aber einen Schritt vor mir war ein Professor des Auswärtigen Amtes in Kairo, scheinbar eine Furtwängler zu diagnostizieren. Er wurde gebeten, auch der Walcker einen Schein auszustellen. "Die historische Substanz des Instruments wurde völlig vernichtet..." war aber sein abschliessender Befund. Was war geschehen? Die Bastelarbeiten, so meine Auffassung, die ich dem Professor am Telefon weitergab, können nicht die Substanz, das heißt Windladen und Pfeifen, zerstört haben. Nun aber, nach dem Dillettanten ein Weiteres draufzusetzen und die Endlösung zu propagieren, das scheint uns doch schon wieder ganz 'total' zu sein. Heute in Zeiten der Postmoderne propagieren wir lieber sehr dynamische Methoden und nicht den Hammerschlag: Kaufen Sie keine neue Orgel, die man hinter die Fassade stellt mit ein, zwei alten Walcker-Register, und der hier in Deutschland üblichen Vermarktung: "Walcker-Orgel aus 1912 wieder spielbar!" Sondern gehen Sie das Risiko der Rückführung auf die ursprüngliche Form ein und gewinnen Sie so den wunderbaren Walcker-Klang aus 1912 .. egal, was Professoren aus Deutschland dazu sagen. das war mein Vorschlag an die Gemeinde. Interessant, welche Meinungen unsere Leser vertreten. (gwm)
Con sublimatà: Arvo Pärts 4th Symphonia uraufgeführt bei den Engeln - Los Angeles- und dem russisch-jüdischem Oligarchen Mihail Borissowitsch Chodorkowski gewidmet, geht in dem Verdacht auf, religiös überzuckerter, populistischer Edelkitsch zu sein. Aber man verzeihe mir anzumerken, dass Kunst heute, ohne diesen komplexen und intelligenten Glauben eines Olivier Messiaen, im religiösen Raum immer irgendwie ins Fahrwasser des Konsumkitsches einmünden muss. Oh wie schrecklich sind erst diese "modernen" Brechmittel, die man derzeit im Vatikanischen Museum installiert. Dagegen haben sie zwei winzige Bilderchen von Morandi, einem wahrhaft christlichen Maler, der dieses katholische Aufbrechen ins postmoderne Übermorgen beileibe nie nötig gehabt hat.
Nun also wird uns Manfred Eicher mit seinem ECM-Label und Pärts geigenwimmernder Religiösität wieder etwas "Newage" ums Ohr schmieren, nachdem man Garbarek und Hilliard nicht mehr hören kann. Warum wohl? weil es eben gerade nicht Klassik ist. Bei Pärts Werk im Allgemeinen bin ich mir da nicht sicher, aber Nickolej Górecki, sein naher Verwandter, den wird man in 100 Jahren noch hören - können.
Vom 2.-24.September dirigiert Kurt Masur hier in Rom das Nationale Orchester und den Chor von Santa Cecilia.
Russischer Organist eröffnet Credomatic-Musicfestival in San José/Costa Rica an der von uns reparierten Orgel in der Catedrale der Stadt. Weiterer Artikel von der LA NACION SAN JOSÈ . Dort kann man einen Filmbeitrag anclicken, der zeigt, dass die Orgel doch ganz manierlich ihre Dienste tut. Über Programm und Vortrag kann man natürlich geteilter Meinung sein.
Neues aus Deutschland
Orgelkonzert am 8.September auf "unserer" Orgel in der Solingen Lutherkirche mit dem allseits bekannten Organisten Daniel Roth. Sicher ist dies für viele Orgelfreunde in der Nähe um Solingen eine gute Gelegenheit diese Weyland-Orgel kennen zu lernen, die in jedem Falle ihre klanglichen Wertigkeiten hat. (Dazu müsste man eigentlich nur bei dem Hausorganisten Ludwigs Audersch beim Üben zuhören) Vita Daniel Roth [41 KB]
Auf das Walcker-Areal in Ludwigsburg wird nun ein Altenheim gebaut. Dazu erfolgt im Herbst der erste Spatenstich. Hierzu werden Feierlichkeiten abgehalten, zu denen ich geladen bin und ein paar Worte zur Historie des Unternehmens beizutragen.
auf vielfachen Wunsch nochmal eingebracht....
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| Ölskizze mit römischen Farben | Benedetto:.... ja, sie lieben ihn | im Schatten der Palme arbeiten | Zoltan mit Streitwagen |
Große Landesausstellung Karlsruhe
new Blogs:
![]() | Die Windanlage in Rom |
In jedem Falle eine Besonderheit, die bemerkenswert ist.
Zunächst einmal war es nicht einfach, die Logik, die hinter der ganzen Anlage steckte auf Anhieb zu erkennen. Das lag daran, dass ein dritter Motor, wahrscheinlich am Schluss der Montagearbeiten von Tamburini dazu montiert wurde, der die Registerhubapparate mit rund 175mm Winddruck versorgte. Das hat man anfangs über [...] |
![]() | Thomas Lipski ?Die Konzertsaalorgel in Deutschland” |
Thomas Lipski ?Die Konzertsaalorgel in Deutschland ? von den Anfängen im 19.Jahrhundert bis in den II.Weltkrieg? ISBN-13-978-3-928243-33-9
und als Ebook ISBN-13-978-3-928243-34-6 (kann geordert werden bei www.vpe-web.de ) — ein großer Wurf, ein gutes Buch, ein wichtiges Buch. Warum?
Man könnte meinen, dass dieses Buch zur richtigen Zeit erscheint. Zu einer Zeit [...] | |
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![]() | Pfeifen bei Tamburini, das III.Manual in Rom 03 |
Die Oboe 8 im III.Manual dieser Tamburini-Orgel in S.Cecilia dürfte eines der interessantesten Zungenregister der Orgel sein, vielleicht von Bombarde 16 ausgenommen. Daher habe ich die Aufzeichnungen hier ausführlich gemacht. Wir haben beim C einen konischen engen Kupferbecher mit einer Länge von 2140mm und Durchmesser von 65mm. Ab A sind die Becher mit einem doppelten [...] |
![]() | Eberhard Friedrich Walckers Stellungnahme gegen Pneumatik & pro Barker |
Von dieser Stellungnahme aus dem Jahre 1868 haben wir hier ein Abschrift, aus der man die Schlussfolgerung des Meisters nachvollziehen kann. Es spricht sich ausdrücklich für den Barkerhebel aus und gegen die von dem Briefpartner bevorzugten und angebotenen pneumatischen Registertraktur. Außerdem erfahren durch die Feder Eberhard Friedrich Walckers, dass er selbst bereits schlechte Erfahrungen mit [...] |
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