Walcker-Orgelbau seit 1780

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Wir freuen uns Sie auf unseren Internetseiten begrüßen zu dürfen. Auf unseren Opusseiten haben wir rund 1000 Walcker-Orgeln aufgeführt. Sollten sie Ihre Walcker-Orgel dort nicht finden, geben Sie uns Informationen, damit wir das ändern.
Wir möchten gerne die Geschichten um weitere Orgeln verdichten und freuen uns über jedes Bild und über jede Nachricht, welche die Historie der Firma Walcker weiter erhellt.
Unter gewalcker@t-online.de bin ich stets für Sie erreichbar.
Gerhard Walcker-Mayer

Solingen's Älteste

Opus 3842 in Solingen Auf der Höhe, Christuskirche

Ein interessantes Walcker-Örgelchen das nun seit 1960 seine 56 Jahre dort Dienst tut.
I.Manual HW C-g'''
1 Hohlflöte 8
2 Prinzipal 4
3 Sesquialter 2f
4 Sifflöte 1
Tremulant
Hier sieht man sehr schön den Übergang von den 1950er Jahren zu den schnelllebigen 60er Jahren. In den 50ern noch schöne Emailschilder in den Registerzügen. Alle Holzpfeifen in massiver Eiche, der Klang, selbst der Aliquoten, noch feiner und zurückhaltender. Subbaß mit weiter Mensur, gut fundamentierend.
II.Manual OW im Schweller
5 Holzgedackt 8
6 Rohrflöte 4
7 Prinzipal 2
8 Scharffzimbel 3f
Tremulant (seit 1980)
Pedal C-f'
9 Subbaß 16
10 Offenbaß 8
11 Prinzipal 4

Neues aus Walcker-Welten

Dieses wunderschöne Örgelchen meldet sich aus Madona, Lettland und ist bisher in unserer Opusliste nur durch den Exporteur aus Hamburg bekannt. Und zwar als Opus 462, Baujahr 1885. Es hat die nachfolgende Disposition.
Manual C-f'''
1. Principal 8
2. Bordun 8'
3. Salicional 8'
4. Floete 8'
5. Fugara 4
Pedal
6. Gedeckt 16
Pedalkoppel
Ja, schick mir doch auch ein paar Klangfiles, von diesem kleinen Wunder, maile ich meinem Informanten aus der Ukraine zu, worauf die Prinzessin zu sprechen beginnt:
1. Flauta 8', Salicional 8', Gedeckt 16' [1.016 KB]
2. Bourdon 8', Flauta 8', Salicional 8' [2.088 KB]
3. Tutti [2.320 KB]
und mir ein paar Tränen der Erinnerung über die Wangen rinnen. Auch zeigt sich wieder mal, dass doch schönes Orgelwerk im Osten gepflegt wurde.
Erhebend war es auch, diese nette Geschichte während unserem Aufenthalt in Bukarest erfahren zu dürfen, während ich zu einem Vortrag zur Walcker-Orgel nach Petersburg geladen wurde und zu Angebotsabgaben nach Moldawien und Kroatien. Also nach extremen Westland Amerika nun Ostland. Es geht uns beinahe wie dem guten Wilhelm v. Humboldt, der sich auch im fortgeschrittenen Alter in gleichem Richtungswechsel bewegte.

wieder in Bukarest

the day the music died...

bei umwerfenden Temperaturen von über 32 Grad gepaart mit Schwüle und stehender Hitze. Ja, diese Stadt sie verändert sich von Tag zu Tag. Es wird ein Hotel nach dem anderen hochgezogen, was die Apartment-Preise auf Niedrigstniveau herunter treibt. So kann man nun bequem mit 200 Euro 8 Nächte auf 120qm in drei-vier Zimmerapartments mit bestem Service planen. Unsere Orgel, die nun zur 2JahresWartung ansteht, wurde wenig gespielt, aber es sind massig Konzerte angesagt. Bis nach Moldawien hat sich nun das Instrument herumgesprochen.

aus der Lutherkirche Solingen

Konzert würdigt drei Großmeister der Orgel: KMD Stephan Paul Audersch, Leipzig, musiziert in der Lutherkirche Solingen. Beitrag im Solinger Tageblatt.
Ja, es war ein umwerfendes Konzert am vergangenen Samstag in der Solinger Lutherkirche, an der Weyland-Orgel aus 1960, in deren Klanggestalt ich mich mehr und mehr verliebt habe. Nun, nachdem wir die etwas kratzbürstigen Trompeten und Kurzbechrigen klanglich ausgeglichen haben, wirkt diese III/53 Orgel mit ihrer Farbenpracht und dem damit verbundenen Klangreichtum auf jeden Orgelhörer umwerfend. Ein butterweicher, warmer Bassteppich als Schlußakkord am Ende des Konzerts, am Ende von Jean Langlais "Elevation", ließ die Zuhörer in aufmerksamer Stille zurück. Keiner wagte zu klatschen. Die rund 90 Minuten Langlais-Bach-Langlais-Hindemith-Langlais-Bach-Langlais zeigten Orgelspielkunst in großer Vollendung, welche durch die herrliche Akustik der Kirche spazieren ging. Als seien Klänge von Menschengestalt.
Ein schöneres Konzert habe ich lange nicht gehört. Und wieder einmal war es mir Beweis, dass eigentlich nur das live-erlebte Konzert solche Wucht entfalten kann. (gwm)

Postkarte aus Solingen: wie man sich als Organist zu verhalten hat....

Längst sind wir wieder im Lande und so an der Orgel der Lutherkirche in Solingen tätig, wo am Samstag ein Konzert mit KMD Audersch stattfinden wird, da erreicht uns eine Mitteilung aus Costa Rica, die in einem Rundschreiben der Deutschen Botschaft San José enthalten war:

Am 20. und 23. Februar 2016 fanden in der Basilika von Cartago Orgelkonzerte mit dem Kölner Kirchenmusikdirektor Johannes Quack statt. Die Kirche war mit 600 bzw. 400 Zuhörern voll besetzt.
Herr Quack war durch Vermittlung von Gerhard Walcker-Mayer nach Costa Rica gekommen, der seit Monaten verschiedene Walcker-Kirchenorgeln im Lande restauriert und repariert.
Die Walcker-Orgel in der Basilika von Cartago, die 1956 als eine Synthese von Orgelromantik und Orgelbarock entstand, hat sich durch die Konzerte von Herrn Quack als hervorragende Konzertorgel empfohlen. Sie ist von der Größe und dem Farbenreichtum mit keinem anderen Instrument im Lande vergleichbar.

Endstation San José

Noch zwei Tage in San José und die nächsten Baustellen in Europa warten. Hierzu ein kleiner Kommentar. Die aus historischen Gründen wichtige Schyven-Orgel in der Hauptstadt von Costa Rica hat nicht viele Freunde. Grund ist, dass sich die wenigen Orgelspieler, die es hier gibt, mit der schwierigen Mechanik und Klanggestalt so gut wie garnicht auseinandersetzen. Wenn dann mal ein Europäer sich ins Land verirrt, den man als "Orgelspieler" bezeichnet, und ihn vor diese "Kiste" setzt, dann ist entscheidend, ob es sich um einen durchwachsenen Organisten handelt oder um ein Elektronikbüblein, das mehr als 40 Gramm pro Taste nicht in der Lage ist zu drücken. Vorgeimpft werden solcherlei Orgelspieler an den elektronischen Klimperkisten, die es hier zuhauf gibt und die das gläubige Kirchenvolk als Erlösungstreibmittel bestens akzeptiert. Der aufgeladene Kitsch in den Kirchen hierzulande paart sich so mit dem durchgesüssten Klangbrei von Johannüssen und parfümierten Kerzendüften zu ein Himbeerkatholizismus der nur schwer ertragbar ist. Der Interesselosigkeit mit der man der Schyvenorgel entgegentritt setze ich eine Dokumentation [2.939 KB] gegenüber, bei der die Metropolitana und die staatlichen Stellen gefordert werden. Wir sind gespannt, wie sich alles entwickelt.

San José, Metropolitana

06.06.16 Mitten in der Arbeit in San José an der Schyvenorgel. Hierzu wurde unser neuester Blog "Cor anglais in der Schyvenorgel in San José" eingebracht. Dabei erinnern wir uns an alte Zeiten, als diese Orgel, die einzig brauchbare dreimanualige Orgel des Landes war. Heute ist die wesentlich bedeutendere Orgel die der Basilica in Cartago, während die Schyvenorgel im Restaurierungsdämmer verharrt. Und ich hoffe sehr die wichtigen Leute hier im Lande dazu ermuntern zu können endlich dieses herausragende Kulturmonument gründlich restaurieren lassen zu können. Dazu gibt es bald mehr, weil ich eine umfassende Dokumentation per Lichtbildvortrag vorbereite und so an entsprechende Gesellschaften die Problematik dieser Orgel erläutern möchte.

Dem Hinweis eines Freundes folgend, ihn doch unbedingt mit dem "Chainsaw-Artikel" über die Winterhalter-Orgel in Alpirsbach erneut zu beglücken, weil er diesen Artikel nicht einmal mehr auf dem Internet fand, gab auch mir die Gelegenheit sich wieder mal an alte Zeiten zu erinnern. Darin ist meine ganze Lebensphilosophie enthalten. Hier also aus den Tiefen von walckerorgel.de ausgegraben, eine PDF mit einer frechen Grafik dazu, aus dem Jahr 2008: http://www.gewalcker.de/gewalcker.de/2008-08-01/Chainsaw.pdf

Am Tag der Fertigstellung in der Catedral in Cartago, am 24. Mai, wurden wir von insgesamt 3 Kirchen aufgefordert Angebote zur Reparatur und Neubauten in der Stadt abzugeben. Sehr interessant war für mich dabei das Zusammentreffen mit dem Prior der Kapuziner (Capuccinos), der unheimliche Begeisterung für die Reparatur seiner spanischen Orgel der Firma OESA uns entgegenbrachte.
Dann kam der Tag des Umzugs unserer Werkstatt zur Catedral Metropolitana, San José. Dazu mussten wir auch unsere Wohnung aufgeben und eine neue bei den Missionaren einnehmen. Das alles war keine einfache Aufgabe. Hinzu kam ein Riesenschreck als ich die Schyvenorgel in ruhiger Stunde durchprobierte und einen gewaltigen Qualitätsverfall des ganzen Klangkosmos feststellen musste. Alarmglocken schrillten bei mir, als ich durch Zufall die Windzufuhr berührte und erheblichen Temperaturanstieg des Windes bemerkte. Nun wurde der Motor geprüft und die Messung am Motorengehäuse über 60 Grad Celsius sowie die fehlerhafte Laufrichtung des Windrades ließen rasch den Schluss zu, dass die Phasen vertauscht worden waren. Kurioserweise waren die verschiedenen Winddrücke von dieser drastischen Umstellung nicht betroffen. Wohl aber wird die Leistung des Motors und somit die Windmenge erheblich gedrosselt worden sein.
Die Behebung dieses Mangels, mit dem die Organisten mehrere Jahre ihre Dienste versahen, gibt uns nun Gelegenheit, intensiv en détails an Klang und Traktur zu arbeiten.
Auch hier in San José wurden wir bereits am ersten Tag von Organisten aufgesucht und gebeten für zwei fehlgelaufene "Restaurierungen" Kostenanschläge einzureichen. Sodass wir also nun mit weiteren Aufträgen in diesem Lande rechnen.

Mäusekantoren

08.06.16 Bietigheimer Zeitung
Es gibt Menschen, die ihre Umwelt faszinieren mit ihrer mäusehaften Perspektive, die sie aus ihrem Karton heraus entwickeln, indem sie hier und dort Historie oder gar Zeitgeist entdecken. Eigentlich kann man belustigt beiseite gehen und das Gefieppe als psychologische Verirrungen abtun, wäre da nicht ein grundsätzliches Problem das die Kirchen wie einen Mühlstein mit sich herumschleppen. Anstatt aktiv in sozialen Bereichen tätig zu werden und ihren Auftrag ihres Gründers Wort für Wort umzusetzen, werden unverdaute und vor allem von jeglicher Kirchenästhetik ferne Spruchbänder gehisst, die vorgeben noch mit Kultur in Verbindung zu stehen. Das aber meine Herren Mäusekantoren tun sie nicht. Wer sich lediglich im Abspielen fremder Noten einen Namen machen will, hat mit Kunst und Ästhetik absolut nichts zu tun. Wer nie eine eigene Note aufs Papier gebracht hat, dafür aber im Lamentieren und Geschwafel um unverstandene historische Entwicklungen aufblüht, dann auch noch, wie unsere Herren Technokraten- Sachverständige, keinerlei menschliches Maß in Sachen "Orgel und Kirche" aufzubringen in der Lage ist, der soll sich weder Christ nennen noch soll er vorgeben irgendetwas von der "heiligen Maschine" zu verstehen. Er bewegt sich vielleicht auf einem technischen Weg, den er von seinen Schulheften her zu deuten versucht, aber den Gesamtzusammenhang, den die Orgel in ihrem 600jährigen Gang durch die Geschichte in mitteleuropäischen Kirchen gegangen ist, den kann er allein schon durch diese technische Blende, die er sich willig überstülpt, überhaupt nicht nachvollziehen. Soviel zu einem Zeitungsartikel der Bietigheimer Zeitung, indem wieder einmal ein vor Langeweile zur Einfalt gezogener Kreiskantor sich bemüssigt fühlt eine von der Firma Klais gebaute Orgel als "Walcker-Orgel" zu bezeichnen. Das ist uns in der Tat ganz neu, dass die Firma Klais nun Walcker-Orgeln baut. Wir sind es längst gewohnt, dass solcherlei Kirche und Kantoren ihre Spender mit glorreichen Lügengebilden zum Geldbeutel zwingen. Neu ist der Umstand, dass zu dieser Lumpengesinnung noch eine Art Pseudophilosophie der historischen Erläuterung dazu gebastelt wird.
(ein verärgerter Orgelbauer aus San José)

Reger 100stes Todesjahr auf den Tag genau!!

Maßlos im Leben und in der Musik... dem Motto des NDR folgend, haben wir heute Regers op 127 komplett aufgespielt. (auf der rechten Spalte Mp3-files aufrufbar).
Dort gibt es ein Stück seit längerer Zeit, dem heutigen Tag so richtig angemessen, Reger, Choralvorspiel "Komm süßer Tod", das ebenfalls von Zacher auf der Walcker-Orgel in Essen-Werden aufgeführt wurde, hier aber schlicht und einfach mit "Clarinette 8'" benannt wurde .
Reger, das ist für uns Nichtmusiker eine Gestalt, die sehr nahe an Johann Sebastian Bach heran kommt, und anders als all die frankophilen Popkomponisten, e w i g e Orgel-Musik geschrieben hat, die nur auf deutschromantischen Orgeln ihre ganze Anmut und Wahrhaftigkeit entfaltet. Niemals habe ich eine Dulciana gehört, wie sie sein soll, wenn nicht hundert Jahre vergangen waren. Das blut-und hirnlose Zeugs, das wir heute vorgesetzt bekommen, in all der grausigen Lautstärke und Brutalität, ist Regers Musik nicht würdig. Zum Teufel damit - oder spielt eure Widor- und Viernschen Schreiereien darauf ab, am besten midigesteuert, um damit ganz in den heutigen Digitalkram eingebunden zu sein.
Wir wollen wieder eintauchen in Werner Herzogs Filmgeschichte über Fitzcarraldo und untertauchen ins Geschehen jenseits der Geldmaschine Deutschland. Reger auf einer Orgel Lateinamerikas, was für ein Traum.
Vivir esta muerto Reger, en vivo!

in the Northern Highlands again

Eilean Donan - Scotland's finest

wieder in den schottischen Highlands: noch haben wir von Costa Rica gemütliche 32 Grad im Gemüt, nun in den Highlands sind es gerade mal -2 bis 3 Grad Celsius. In Schottland werden wir bis Ende April 6 Orgeln betreuen. Mit dem Firmenwagen sind dazu gewaltige Strecken zu bewältigen. Anderseits ist man froh die schottische Gastfreundschaft geniesen zu dürfen. Heute Kingussie, Tomintoul, morgen dann Inveravon und Burghead, Alves, am Ende der nächsten Woche Kiltarlety und wieder zurück über Motherwell, wo wir hoffentlich bessere Temperaturen zur Pflege der Walcker-Orgel vorfinden. Und schon leuchtet am Hintergrund wieder Costa Rica auf, wo noch zwei Orgeln auf Fertigstellung warten.

for english readers here is a link from the Scotish Church of Kiltarlity with a great description of their beloved Walcker Dulsanell organ. I hope you like it. (some interpretations seduce smile)

beautiful Hardy & Son Organ (M284) [959 KB] built in1900 from an abandoned church to acquire. We can organize for you. Such organs are sold out very quickly.

Neues aus Walcker-Welten

Werkstatt "Catedral"

09.April16 In der Kornwestheimer Johanneskirche (siehe Kornwestheimer Zeitung),in der sich seit 1957 eine der klangschönsten größeren Walcker-Orgeln (Opus 3595, III/36, mm) in Süddeutschland befindet, stehen Umbaumaßnahmen an, welche der eingebauten Orgel den Todesstoß versetzen werden. Die Orgelfrage wird nach dem Einbau eines Glaskubus in den Kirchenraum auf "elektronische" Weise geregelt. Kulturverfall allerorten. Man muß froh sein, wenn der Kirche endlich das Geld ausgeht, weil sie genau damit ihren kulturellen Suizid beschleunigt. (siehe auch Artikel der STZ von 2010 und Artikel in der LKZ, sowie die Bewertung eines Organisten über diese Orgel im Jahre 2008 auf unseren Webseiten:
Auf Grund einer Vertretung habe ich auf der Walckerorgel in der Johanneskirche in Kornwestheim spielen dürfen, ich habe mittlerweile auf vielen Orgeln spielen können, aufgrund meiner Tätigkeit in Düren NRW auch auf recht großen Orgeln wie der 4 manualigen Steinmeyerorgel, die so ziemlich alle modernen Spielhilfen für Organisten hat. Aber ich muss sagen, dass die Walckerorgel in Kornwestheim, mit Abstand die beste war, auf der ich spielen konnte. Die Abstimmung bzw. die Auswahl der Register für diese Orgel ist wirklich gelungen, sie bietet einen jeden Kirchenmusiker beste Bedingungen zum Arbeiten. Ursprünglich komme ich aus Weimar, durch Zufall habe ich gelesen, dass die Stadtkirche Weimar ebenfalls eine Walckerorgel hatte, da es in Deutschland mehre Weimars gibt, wollte ich mich bei Ihnen erkundigen, ob es sich tatsächlich um Weimar-Thüringen handelt? Die Stadtkirche in Weimar Thüringen bekam ja vor 3 Jahren eine komplett neue Sauerorgel, wobei dieser Neubau in meinen Augen nicht gerade gelungen ist, sollte das Vorgängermodell tatsächlich eine Walckerorgel gewesen sein, dann würde ich es sehr bedauern, dass diese nicht Restauriert wurde, da man eine solche Qualität nicht bei jeden Orgelbauer bekommt. CB)

08.April16 Pro und Contra Pressefreiheit, ein Thema das in letzter Zeit hart in unseren unvergoldeten Alltag drückt. So die "Panamapapers", wo heute der Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung Kurt Kister sich per newsletter mit dickem Selbstlob "einen Riesen-Scoop" gelandet zu haben, auf die eigene Schulter klopft.
Ich aber denke "wo bleibt Putin", der in den ersten drei Ausgaben der Süddeutschen in vorderster Reihe bildlich akkreditiert wurde, aber nicht in einem einzigen Dokument der »Millionen an Emails« aufgefunden wurde. Oder nehmen wir den Vorgang um Rosberg, den man voreilig in Bild und Text verurteilte, weil er die von seinem Vater vorgelegten Papiere unterzeichnete.
Auch die Presse in Sachen "Walcker-Orgel Synagoge Buenos Aires" hat mit rasch zusammengeklaubtem Material ein eher dürftiges Bild hinterlassen. Ebenso möchte ich an die Falschnachrichten der Stuttgarter Zeitung erinnern in Sachen Stuttgart Vaihingen, die mit dem Hinweis "(...) das seien Aussagen eines Organisten und nicht die Meinung der Redaktion", jeglicher Verantwortung entsagte. In der Saarbrücker Zeitung wird eine Presseerklärung über die Walcker-Orgel in Mimbach gezeigt, die ich als systematisches Lügengebilde entlarven würde, wenn's denn Einen interessieren würde.
Identisch bei vielen geplanten Orgelneubauten, wo solches Vorgehen, die Fakten drastisch zu verdrehen, der übliche Weg zu sein scheint, um leichter an Spendengeldern zu kommen. Denn die Wahrheit blickt trist und traurig drein, mit hunderten an Schleiern umwoben. Den Spender aber als Lichtgestalt erscheinen zu lassen in der ganzen Trostlosigkeit der Vorgängerorgel, das ist tragische Gestaltung des "Helden", der nur aus seinem Geldbeutel das "Schwert" zu ziehen hat, um für die "gute" Sache den Kampf zu führen.
Man bedient die untersten Triebe, nicht den Verstand. Die Auflagen und Spenden sollen steigen. Aber man erhält dafür eine fürchterliche Argumentation in Händen, die jeglicher Rechtschaffenheit entbehrt.
Wenn Kirchen systematisch diesen Weg einschlagen, der diametral ihrer gepredigten Ethik verläuft, dann wird ihr das auf lange Sicht nicht gut bekommen. Genauso wird es der "liberalen Presse" ergehen, die sich nicht wundern darf, wenn ihre Glaubwürdigkeit belächelt wird.
In unserer medial gesättigten Welt hilft eben nur eine gewisse Askese, ein kritischer Blick in Sachen "Media".
Kirche wie Presse, sie sind menschliche Gebilde, mit all ihren Vorzügen und Fehlern.

21.03.16 Die Stuttgarter Nachrichten "Der Bund gibt Geld für eine Walcker-Orgel" Anfang der dreißiger Jahre ist in der Ludwigsburger Firma Walcker eine Orgel gebaut worden, das heute in der ältesten Synagoge von Buenos Aires steht und seit 15 Jahren nicht gespielt wurde. Jetzt wird es restauriert.
Ludwigsburg/Buenos Aires – Für Gerhard Walcker-Mayer war es eine freudige Nachricht: eine einst in Ludwigsburg von dem traditionsreichen Familienunternehmen Walcker hergestellte Orgel soll restauriert werden. Sie steht in Argentinien in der ältesten Synagoge von Buenos Aires. Restauriert wird sie mit der Unterstützung der Bundes­regierung. Dies bekräftigte die Staatsministerin Maria Böhmer bei einem Besuch in der Synagoge der Congregación Israelita anlässlich der Regierungsübernahme durch Präsident Mauricio Macri. Link zur Seite
(auch hierzu der kurze Kommentar, dass nicht alles stimmt, was gedruckt daherkommt. gwm)

in the Highlands again

Die Walcker-Orgel in Cartago

Abbau einer Königin der traurigen Gestalt

die weinende Königin in der Catedral von Cartago

Der Abbau dieser Orgel (Erbauer oder Konstrukteur dieser mechanischen Kegelladenorgel sind unbekannt) wurde mit einem lachenden und einem königlich "weinenden" Auge begleitet. Als Orgelbauer indiziert man ganz unbewusst eine Orgel als organische Gestalt, die man hassen oder lieben lernen kann. Hier war es eine Figur, von deren Trauer man angesteckt wurde. Ihr Lebensweg eine Tragödie. Wahrscheinlich wurde das Instrument schon vor Jahrzehnten vom Insektenbefall heimgesucht. Die "Helden" der "Grand Restauration" wollten von der Ursache dieser Leiden kaum etwas wissen und dachten mit Silikon und Gips wären Stabilität und musikalische Strukturen gerettet. CostaRicanisches Handwerk eben, das sich mehr in "conversación" und wichtigen Eitelkeiten erschöpft.
In Wirklichkeit hat sich der Holzwurm und Comejean in dramatischer Weise an der Königin vergangen, bis man endlich die statische Fragwürdigkeit des Holzpodestes, auf dem die Orgel stand, zur Diskussion stellte.
Wer öfters mit Silikonbrüsten in Berührung kommt, mag auch bei königlichen Damen dieses Material für tauglich halten, wir jedenfalls wollen auf solche Erfahrungen verzichten.
Beim genauen Hinsehen haben wir bei einer einzigen Taste g' (die bei der unten ablaufenden Diashow zu sehen ist) über 12 lebendige Holzwürmer entdeckt, die sich über die "Grand Restauration", die vor wenigen Jahren stattfand, leider nicht ganz totgelacht haben.
Jetzt gilt es, aus der Trauer der weinenden Königin eine ebenso lachende mit seinen Händen zu gestalten, wie dieselbe in der Basilika Cartagos zu finden ist.
Ein schwieriges Unterfangen, ja ein todesmutiges und tolles Unternehmen (bei bis zu 36 Grad Celsius auf der Empore im Januar). Aber, wer die Gefahr liebt, wird auch von Königinnen geliebt werden. Mehr soll man nicht erwarten.

Königin der traurigen Gestalt

  • noch läuft nichts schief
  • Hans Miller prüft die LageNeuaufbau
  • das Gerüst mit zwei Wellenbrettersteht schon mal
  • aus der Vogelperspektiveder Neuaufbau
  • noch ist das Orgelwerkin der Catedral von Cartago unberührt
  • Windladen Überarbeitung
  • Ausbau der Orgeltrakturen
  • Ausbau der OrgelStufe I
  • das hässliche Entleindas zum Schwan werden soll
  • die Tasten sahen sehr seltsam ausdass darunter der Wurm hauste, wußten wir noch nicht
  • Pfeifendeformierung
  • Traktur I.Manual
  • Kegellade mitseltsamen Dichtungsmaßnahmen
  • Kegellade des I.Manmit Silikonkissen
  • Klaviatur II.Manstark vom Holzwurm befallen
  • die Hl. Cecilia über dem Schwellwerk
  • über den Dächern von Cartagoein Sonnenplatz
  • Wellenbrett I.Manual
  • Orgelgestell aus Mahagonidas keinen Wurmbefall aufwies
  • an der Pedaltraktur
  • in dieser Taste fanden wir 12 lebendige Holzwürmer
  • Rückseite des Spieltisches
  • lebendige Würmer im Klaviaturbacken
  • neues Fundament für die Orgel
  • an den verwurmten Klaviaturen
  • drastische Holzwurm-Zerstörung
  • Schatten der Catedral und immer Sonnenschein
  • Guiseppe und Alfredoden neuen Boden am Samstag 15Uhr fertig eingelegt

Opus 3946 von Bremerhaven nach Mömlingen

Dass es im Norden mehr "Walckerianer" als im Süden gibt, das liegt ganz einfach daran, dass hier in speziellen Fällen überhaupt nie daran gedacht wurde, die "Orgelbewegung" als eine Fehlentwicklung im Nachkriegsorgelbau zu verurteilen. Hier haben wir ganz andere Vorstellungen als im Süden, wo die Ansicht überwiegt, dass mit der Orgelromantik die höchste Stufe des Orgelbaus erklommen wurde.
Während die einen also festgefahrene Standpunkte hinterfragen, ist nun französische oder deutsche Orgelromantik das zukünftige Ideal, gehen andere Organisten auf klangliche Vorstellungen zurück, die wir immer noch als heftig umstritten sehen: die Klangwelt der walckerschen Industrieorgeln der 60er Jahre.
Solche Klänge erfordern ein völlig anderes Denken und andere Emotionen. Und dieses Denken und Aufspüren über Möglichkeiten der Kleinorgeln jener Zeit, ebenso über die Klänge der größeren Instrumente, die man nun langsam endlich alle entsorgt haben wird. Weil eben, wie gesagt, im kulturträgen Süden, da werden sie noch in 100 Jahren irgendwelchen nachgemachten Trompette harmoniques von Cavaillé hinterher laufen, auch wenn es der letzte Hund nicht mehr hören kann.
Hier nun also wurde eine Walcker von Bremerhaven wieder in den Süden, nach Mömlingen in den Odenwald rückgeführt, als wärs das Natürlichste der Welt.

1811 Tallinn (Reval), Olaikirche

Eine interessante Walcker-Orgel, die ursprünglich von EFW als Opus 40(34) im Jahr 1840-42 mit 65 Registern gebaut wurde. Es war eine der letzten großen Schleifladenorgeln Eberhard Friedrichs. Ab 1913 wurde die Orgel umgebaut. Ein erheblicher Teil wurde nach Ludwigsburg geschickt. Es war daran gedacht das ganze Werk als elektropneumatische Hängebalgorgel neu zu bauen. Durch Einwirkungen des I.Weltkriegs wurden nur Teile fertiggestellt und nach Reval transportiert (II.+III.Man. und Pedal). Es sind immer noch Bestrebungen diese wichtige Orgel in der Hauptstadt von Estland fertigzustellen.
Am Spieltisch der Orgel sind verschiedene FK-Zügchen abgebrochen. Wer weiß, wo man diese Zügchen besorgen kann, möge sich bitte melden. gewalcker@t-online.de

...jetzt lacht sie wieder !

15.12.2015 Eduardo Álvarez Marin, organista de la Basilica, Cartago: durante 16 años soy un organista de la Basílica, nunca he experimentado tal como el órgano ahora. Todo funciona. Estoy feliz.
Eduardo Álvarez Marin, Organist der Basilica in Cartago: seit 16 Jahren bin ich Organist in der Basilica, nie habe ich die Orgel so erlebt wie jetzt. Alles funktioniert. Ich bin glücklich.

Restaurierungsbericht deutsch [880 KB]
Restauración informe español [963 KB]

Opus 1814 Villa Mercedes - San Luis Arg.

I.Man Hauptwerk C-a"'
1. Principal 8'
2. Bordon 8'
3. Salicional 8'
4. Octava 4'

II.Man. Schwellwerk
5. Bordon dulce 16'
6. Aeolina 8'
7. Vox angelica 8'
8. Flauta harmónica 8'
9. Cello 8'
10. Flauto dulce 4'
11. Lleno 3-4 hileras
II/I
Sub II/I
Super II/I

Pedal C-f'
12. Bajo 16'
13. Subbajo 16'
14. Violon 8'
I/P
II/P

Von einem Bekannten erfuhr ich von dieser schönen Walcker-Orgel, Baujahr 1912, wie unsere Orgel in Kairo. Hier allerdings noch mit einer Organola versehen.

15.10.15 Das Tanaka-Harmonium wurde diese Woche für einen wahrlich stolzen Preis nach Japan verkauft. Wir sind während den Verkaufsverhandlungen zwischen Metz und Saarbrücken gependelt und haben nun unsere Arbeiten in Moyeuvre abgeschlossen. Am nächsten Mittwoch geht es für 9 Wochen nach Costa Rica, wo uns bummelige 20-26 Grad Celsius und Gäste aus Guatemala erwarten.

11.10.15 Zurück aus Motherwell: beim ersten Handschlag mit dem Minister der Scotish Church, Derek Hughes, entschuldigt sich dieser, dass GB im Vergleich zu D sowenig Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt. Mit der Orgel sind die Leute zufrieden. Besonders angetan ist der Organist der Gemeinde, Eric Geddes. Der Klang begeistert ihn noch wie am ersten Tag. Einem Kontrakt zufolge mit der Lottery, sind wir gehalten 10 Jahre lang jährlich Wartung durchzuführen, auch wenn's nicht unbedingt notwendig erscheint.

Opus séquentiellement

Walcker-Positiv E - die Volkswagen Serie

Immer wieder erreichen uns Berichte von begeisterten Besitzern der Walcker-Positive. Es wird weniger auf die technisch einfache Konstruktion dieser Orgeln Bedeutung gelegt, sondern man kann es nach den heftigen Auseinandersetzungen in den 70-80er Jahren kaum glauben, der klangliche Gehalt dieser Orgeln wird besonders herausgehoben. Hier wieder ein Beispiel einer Mitteilung, die mich in Costa Rica vor ein paar Tagen erreicht hat:
Hallo Herr Walcker,
seit 3 Jahren besitze ich ein Walcker-Positiv E (9 Register), ehemals vermutlich 1960 für eine Kirchenmusikerin (Frau Rösch) in Buchen gebaut. Das Instrument habe ich in Einzelteile zerlegt vorgefunden, es war aber vollständig. Nach dem Wiederaufbau funktionierte es einwandfrei. Ich habe die unter anderem die Ventilanhängung und den Windeinlass in die Windlade verbessert, aber die Konstruktion und Intonation in Grundzügen nicht verändert. Sogar die Pulpeten und die Doppelschleifendichtungen sind noch alt. Es gibt keinerlei Windabfall, von der Wirkung der Mixtur in einer Hausorgel bin ich geradezu begeistert (Äolinenmensur, überhaupt nicht schrill, Repetition bei c3 in 8´, 4´, 2 2/3´. Wenn es Sie interessiert, wie ich mit geringem Aufwand einen Prinzipal 8´ und eine Viola 8´ bei perfektem Stimmzugang ergänzt habe, ohne das Gehäuse zu vergrößern, können Sie gerne mal vorbeikommen... . MK
weitere Berichte:
Ja! zum E-Positiv
Walcker-Serienpositive

aus aller Welt

Walcker-Organ Opus 3724, I+P/6, built in 1958 for Sydney/Australia is now available for sale, since the community can get no organist anymore who operates the instrument. Please contact gewalcker@t-online.de for further informations.

• Die Schyven-Orgel in San José wird Anfang nächsten Jahres von uns einer gründlichen Wartung unterzogen, nachdem nun in den letzten 7 Jahren mehrere unvorteilhafte Wartungen durch Laien ihre Wirkungen gezeigt haben.

• Die Walcker-Orgel Opus 3986 Mühlheim-Saarn [1.985 KB] spielt nun in den ehrwürdigen Hallen von Notre-Dame-Saint-Michel at Quimperlé. Das, so scheint mir, ist doch eine gewaltige Aufwertung.

"Nicht von schlechten Eltern" ein Artikel im Reutlinger General-Anzeiger über den Walcker-Bund

Canberra, St. Peter's Lutheran Memorial Church feiert das 50jährige Bestehen ihrer Walcker-Orgel. Programmheft [914 KB]

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Oboe 8′ im Walcker-Positiv E

Im vorigen Blogbeitrag habe ich die Arbeiten in der Werkstatt etwas aufgezeichnet. Jetzt zeige ich den Einbau der Oboe 8′ in das Positiv in Wuppertal, Lichtenplatzer Kapelle. Auf den Platz der vormaligen Mixtur 3fach steht nun diese wunderschöne Oboe, die sich übrigens ganz fantastisch mit dem übrigen Ensemble verbindet. Hier zunächst ein Foto von der […]

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Cor anglais in der Schyven-Orgel zu San José

Das Cor anglais 8′ im II.Manual (Positif) der dreimanualigen, mechanischen Schyvenorgel war mindestens seit 50 Jahren unspielbar. Und es ist auch jetzt nicht unbedingt ein ausgeglichenes Musterbeispiel für durchschlagende Zungen. Aber wir konnten in Anbetracht sehr begrenzter Zeit wenigstens die unteren drei Oktaven zu sprechen bringen. Leider fehlen im Diskant einige Pfeifen, so dass hier […]

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Eberhard Friedrich Walckers Stellungnahme gegen Pneumatik & pro Barker

Von dieser Stellungnahme aus dem Jahre 1868 haben wir hier ein Abschrift, aus der man die Schlussfolgerung des Meisters nachvollziehen kann. Es spricht sich ausdrücklich für den Barkerhebel aus und gegen die von dem Briefpartner bevorzugten und angebotenen pneumatischen Registertraktur. Außerdem erfahren durch die Feder Eberhard Friedrich Walckers, dass er selbst bereits schlechte Erfahrungen mit […]

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Dieses Büchlein mit rund 85 Seiten und einigen Skizzen hat mich seit seinem Erscheinen im Jahr 1967 immer wieder begleitet. Es trägt sehr gut zum Verständnis von Orgeldisposition (Teiltöne) und dem Klanggeschehen bei Labial- und Zungenpfeifen bei. Da ich auf meinen Reisen nun so gut wie alles, was irgendwie von Belang werden könnte, digitalisiere und […]