Italien

Italien - Unterseiten

Kirchen und Orgeln in Rom werden auf diesen Seiten gezeigt. In der Vorschau wird gezeigt ob ORGEL und DISPO in den Unterseiten vorhanden sind

Das hervorragende Buch Ferdinand Klinda's"Orgelregistrierung" enthält wertvolle Hinweise auf die klassische italienische Orgel, die hier gezeigt werden.

Bilder italienischer Orgeln aus der Literatur

über den berühmten italienischen Orgelspieler

Roma o morte: nach der Devise sind hier die Bilder aufgereiht. Es gibt einfach keine Stadt die m e h r Bilder zu bieten hat.

auf Anregung hin einige Bilder aus einer wärmer werdenden Stadt und eine Lobpreisung des romanischen Bogens

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Die italienische Orgel (Einführung)

Nach Auffassung Emile Rupps war die Verwirklichung der modernen Antithese zwischen kontrapunktisch-kultlichen und farbenprächtigen-orchestraler Orgel bereits vor über 300 Jahren in der italienischen und spanischen Schule realisiert worden.
Rupp nennt die Orgel, welche Frescobaldi im Peters-Dom zur Verfügung stand und mit der dort über 30.000 Zuhörern Orgelmusik dargebracht wurde:
Manual (in Klammer Erläuterung deutsch)
1. Principale (16')
2. Principale spezzato (16' im Manual, 32' im Pedal)
3. L'Ottava (8')
4. La Quinta decima (4')
5. La Decima nona (2 2/3')
6. La Videsima seconda (2')
7. La Vigesima sexta (1 1/3')
8. La Vigesima nona (1')
9. La Trigesima terza (2/3')
10. Eine zweite Vigesima seconda zur Erzielung einer kornettartigen Mischung)
11. Flauto in Quinta decima (Flöte 4')
12. Flauto in ottava (8')
Wie bei den spanischen Orgeln waren bei den altitalienischen Orgeln die meisten Register in Baß-und Diskant geteilt (registri spezzati), um auf dem einen Manual Dialoge spielen zu können.
Von Renato Lunelli gibt es eine sehr interessante Disposition einer Orgel in der Kathedrale zu Messina (18.JH)
I.Manual
1. Principal 16'
2. Principal 16'
10 Einzelregister, lauter selbständige Mixturenchöre
II.Manual
Principal 8' konisch
1. Vox umana 8' (labial, konisch)
Principal 8' (trichterförmig, "fatto a tromba")
2. Vox umana 8' (labial, trichterförmig)
Flauto dolce 8'
Gemischte Flöte 8' (flauto misto, trichterförmig)
Oktavflöte 4' (flauto in ottava)
Quintflöte 2 2/3' ( 1 1/3'?, Decimanova)
und sagt: wie man sieht, ist die Funktion des II.Manuals nur auf jene eines Farbenwerks beschränkt, das I.Manual dagegen hat die Aufgabe, das klassische Gepräge der italienischen Orgel auf das strengste zu bewahren. So streng, dass auf jeden Kompromiß und jede Erweiterung seiner Funktion durch Aufnahme anderer Register verzichtet wurde. Die Tendenzen der Barockorgel, wie sie die Orgelbaukunst in Norditalien angenommen hatte, aber auch die Aufnahme eines pyramidenförmig aufgebauten Prinzipalchores sind abgelehnt.
Die italienishe Orgel gewann im 16JH. ihre definitive Klanggestalt, die bis zum Ende des 19.JH. praktisch unverändert Gültigkeit hatte. Den Kern der Disposition bildert das RIPIENO aus den prinzipalischen Einzelreihen von Principale (8' als Fundament: 8'-4'- 2 2/3'-2'-1 3/5'-1 1/3'-1' bis zur Trigesimasesta 1/4'). Hinzu kommen die Flauti in VIIa (4'), XII (2 2/3') XV (2') und die Voce umana oder Fiffaro (schwebend gestimmte Labiale zum Principal)
Der italienische Prospekt entwickelte sich in Anlehnung an die Tafelbildaltäre des Spätmittelalters und der Renaissance. (5-7-feldrige flache Rundbögen und zwei Säulen außen)

mailto:gewalcker@t-online.de

Quellen :
Renato Lunelli "Der Orgelbau in Italien
Knapp "Het Orgel"
Emile Rupp "Die Entwicklungsgeschichte d.O."
A.G. Hill "Orgelgehäusezeichnungen"

Rom Santa Cecilia Conservatorio - der Spieltisch

Mit über 138 Registertasten, die als Registereinstellmagnete ausgeführt sind, ist dies der größte Spieltisch, den wir in vergangenen Jahren zum Umbau nach Deutschland geholt haben. Und der nicht nur mit einer neuen Setzerkombination ausgestattet wird. Sondern es wird die ganze elektrische Anlage auf ein Midi-System gebracht, das mit einem Prozessor digital funktionieren wird. Hier also haben wir wie in Bukarest dann die Möglichkeit mit einem kleinen Funk-Gerät die ganze Orgel mit unzähligen Kastenladen betreiben zu können. (Bisher wurden 27 Kleinladen und 8 Schleifladen gezählt)
Der Beginn der Arbeiten ist nun nach verschiedenen Verhandlungen von Juni 2010 gelegt und sollte bis Jan. 2011 andauern. Wir werden voraussichtlich ständig mit 4-5 Mann in der Orgel tätig sein, aber daneben genügend Zeit haben unsere Pflegen und weitere Arbeiten in allen Teilen der Welt wie versprochen auszuführen.
Die Spieltischzeichnung haben wir für Interessenten auch als PDF-Datei hier [414 KB] in DINA2 abgelegt. Das ist vorläufiger Verhandlungsgegenstand.


auf dieser Seite wollen wir temporär

in den Zeiten, in denen wir in Italien beschäftigt sind auch über den italienischen Orgelbau, seine historischen Grundlagen und seine hervorragenden Organisten berichten. Besonders aus der Perspektive der Italiener, die uns dazu hilfreich zur Seite stehen müssen. Denn es gibt nur sehr wenig Schrifttum über den "Italienischen Orgelbau" und seine Eigenarten.
Wir beginnen mit dem großen Lehrmeister des italienischen Orgelspiels, Fernando Germani (5.4.1906 Rom - 10.6.1998 Rom), der das Klavierspielen im Conservatorio di Santa Cecilia, Rom erlernte und dort später von 1934 bis 1975 eine Orgelprofessur inne hatte, aus der unter anderem die Beschaffenheit der jetzigen Konzertsaalorgel, die wir momentan renovieren, entstanden ist.
Von 1948 bis 1959 war Germani erster Organist an St. Peter in Rom. Germani war begeisteter Förderer der Orgelmusik von Franz Liszt und Max Regers. Ziel seines Unterrichts war, den Schülern eigenständige Ansätze auf interpretatorischem Gebiet in ihrer individuellen musikalischen Persönlichkeit zu entwickeln.
Ein solcher Schüler ist der heutige Professor für Orgelmusik am Conservatorio Santa Cecilia Alessandro Licata, von dem wir bereits interessantes Material über seinen Lehrer erhalten haben, das hier gezeigt werden soll.
Aber es gibt auch mehrere Fotos aus dem Archiv der Firma Walcker, worunter ich eine Fotografie fand mit einer Widmung des Maestros :" To Herrn Werner Walcker with feeling of inner friendschip Fernando Germani 26 July 1950" siehe Abbildung rechts.

Quelle: Alessandro Licata, Luigi Sacco, La discografia di Fernando Germani, Conservatorio Statale di Musica Latina 2007-2008

unser neues Heim

in der Via San Giovanni in Laterano (für Kenner der römischen Baulandschaften: das ist direkt am Piazza di Porta San Giovanni) und wird uns die nächsten 5 Monate als perfekte Unterkunft dienen.Deswegen so ausführlich hier dargestellt, weil sich doch einige Leutchen angemeldet haben uns in Roma aufzusuchen. Darunter ein russischer Organist und eine rumänische Organistin. Wir werden nicht nur eine Aufarbeitung des italienischen Orgelbaus en passent vornehmen sondern auch einen gravierenden ästhetischen Schwerpunkt setzen, der mich seit mehreren Jahren bewegt. Egal, wo man sich in Rom bewegt, man wird schnell erkennen, dass eine ungeheure Faszination von Villen, Kirchen, Plätzen, ja den einfachsten Straßen auf das Gemüt ausgeübt wird, das einem anfangs nur unheimlich vorkommt. Dann aber, wenn man entdeckt hat, dass man hier einem Zauber unterliegt, der darin begründet liegt, dass man hoffnungslos den Übergängen von Renaissance zum Barock ausgeliefert ist: von der starren Proportion hinüber zum plastischen, bewegten Hinauffahren(in Verbund mit bachschen Fugen) zum Göttlichen. Das alles ist manifestiert in einer einzigen Kirche, die ganz bescheiden, verdeckt hinterm "Vittorio Emanuelle" liegt, der CHIESA DEL GESÙ. Der schönsten und wahrhaftigsten Kirche Roms. Ein Übergang von Renaissance zum Barock. Eine Kirche, die das "Kommende" und das "Gehende" in sich vereint. Eine Kirche also, die man jedesmal, wenn man Rom besucht, zuerst aufsuchen muss. Die wohl tausenden von Kirchen als Vorlage gedient hat. gwm